Themen: Demokratie, Innen-Politik, Partei-Politik
Regionen: Schweiz, Aargau/Solothurn
Das Bundesgericht hob am 17. Juni 2026 die Grenchner Stadtpräsidiumswahl vom 28. September 2025 auf und entzog Susanne Sahli (FDP) ihr Amt. Bei der Stichwahl hatte sie Patrick Crausaz (GLP) mit 25 Stimmen Vorsprung besiegt. Das Gericht beanstandete eine ungeklärte Differenz von 177 Stimmrechtsausweisen und Wahlzetteln sowie Verstösse gegen Sicherheitsvorschriften bei der brieflichen Stimmabgabe. Der offizielle Wahlbriefkasten war nach Ablauf der Frist nicht geleert oder verschlossen worden, und Zustellkuverts lagerten über Nacht in Pappschachteln statt in versiegelten Urnen. Ein konkreter Betrug wurde nicht festgestellt; angesichts des knappen Resultats genügten jedoch erhebliche Verfahrensmängel und die mögliche Auswirkung auf den Ausgang. Die Stadt muss eine Neuwahl organisieren und gab an, ihre Abläufe bereits angepasst zu haben. Sahli tritt wieder an. Auch Elias Vogt, dessen Beschwerde erfolgreich war, kandidiert nun parteilos und verspricht Schuldenabbau, den Erhalt von Parkplätzen sowie eine bessere Kommunikation mit Bevölkerung und Wirtschaft.